Workshop 1: Gerechtigkeit und Frieden? – Schön wär’s!

Der neue Lernbereich 5 in der Jahrgangsstufe 10 lautet „Gerechtigkeit und Frieden in der einen Welt“.

Passend dazu wollen wir in unserem Workshop ausgehend von einem Kurzfilm konkrete Missstände und Wirkmechanismen globaler wissenschaftlicher Verflechtungen und Gefüge thematisieren und diskutieren.

Die Würde des Menschen sowie Menschenrechtsverletzungen und die daraus resultierenden Gefährdungen des Friedens werden dabei im Fokus stehen.

Darüber hinaus werden gemeinsam verschiedene Dimensionen von Gerechtigkeit erarbeitet und zu biblisch-christlichen Vorstellungen von Frieden und Gerechtigkeit in Beziehung gesetzt.

Abschließend können gemeinsam Ideen zur praktischen unterrichtlichen Umsetzung der Thematik im Schul-Alltag ausgetauscht und weiterentwickelt werden.

Vera Utzschneider, Annegret Schneider-Ibisch

 

Workshop 2: „Alles Zufall!?“ – Schüler*innen stellen ihre spielerischen Module zur Sensibilisierung für Strukturen und Privilegien vor.

Die verfügbaren Ressourcen und Privilegien, welche Menschen jeden Alters in unserer Gesellschaft zuteil werden sind auch in Deutschland nach wie vor stark davon abhängig, in welche Umstände wir hineingeboren werden. Fragen nach Gerechtigkeit, Teilhabe, Diskriminierung und Lebensmöglichkeiten müssen daher immer wieder in diesem Kontext gedacht und diskutiert werden.

Die Schüler*innen des AK „Schule ohne Rassismus“ des HSG Nürnberg haben während der Zeit der Schulschließungen 2021 eigene Workshops erstellt, die spielerisch Zusammenhänge vermitteln, Ungerechtigkeiten erfahrbar und Privilegien sichtbar machen sollen.

In der Einheit werden die Schüler*innen des HSG den Teilnehmer*innen der Jahrestagung ihre Spiele und Module vorstellen, durchspielen, diskutieren und dabei ein Bündel an Möglichkeiten mitgeben, im (Religions-) Unterricht mit Klassen die Themen zu erschließen. Das Material und die Spielbeschreibungen stehen dabei zur Verfügung.

Martin Lehnerer und Schülerinnen des HSG Nürnberg

 

Workshop 3: „Also sag mir, was ist fair?“ – Gerechtigkeit in der (Pop-)Musik

Nura, John Lennon, P!nk, Jannis Choplin, die Toten Hosen, Bodo Wartke – so unterschiedlich diese Künstler auch sind, so sehr verbindet sie doch das Thema „Gerechtigkeit“ in ihren Songs, jede und jeder von ihnen mit eigenem Schwerpunkt und in ihrem individuellen Stil. Ihre Texte berühren und regen zum Nachdenken an.

Im Workshop werden zunächst exemplarisch die didaktischen Potenziale der musikalischen Auseinandersetzung mit Gerechtigkeit für den Religionsunterricht vorgestellt. Anschließend werden wir andere Songs unterschiedlichster Genres in einer „Ideenwerkstatt“ auf ihre Einsatzmöglichkeiten im Religionsunterricht prüfen und zur Diskussion stellen.

Christina Drechsler

 

Workshop 4: Geschlechtergerechtigkeit in den Religionen

Der neue Lehrplan für die elfte Jahrgangsstufe rückt das Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam ins Zentrum des vierten Lernbereichs und fragt nach den Gemeinsamkeiten und Beziehungen der drei Religionen. Eine besonders bittere Parallele zwischen den drei „abrahamitischen“ Buchreligionen besteht darin, dass sie von Anfang an die Stellung der Frau marginalisiert und ihren gesellschaftlich-politischen Einfluss mit (vermeintlich) religiösen Argumentationsmustern untergraben haben.

Der Workshop fragt danach, welche Rolle die Religionen bei der Zementierung dieser und anderer Geschlechterungleichheiten spiel(t)en. Dabei wollen wir unterschiedliche Materialien auf ihre didaktische Einsatzfähigkeit prüfen und besonders auch positive Beispiele für den Umgang mit Geschlechterkonflikten innerhalb der Religionen vorstellen.

Nikolas Lamers, Dr. Christopher Diez

 

Workshop 5: Young Rebels – Für Gerechtigkeit eintreten in Gottes Namen!?

Eintreten für Gerechtigkeit erfordert Mut und die Hoffnung, dass man durch sein Handeln etwas zum Positiven verändern kann. Junge Menschen, die sich aufgemacht haben, Ungerechtigkeit zu bekämpfen, ziehen Jugendliche oft in den Bann, vor allem wenn sie sich als Aktivisten für etwas engagieren, worunter die Jugendlichen selbst leiden und wogegen sie gerne etwas unternehmen wollen oder sogar selbst aktiv sind.

In diesem Workshop soll ein im Unterricht erprobtes Unterrichtsprojekt vorgestellt werden, das auf der Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung Young Rebels – 25 Jugendliche, die die Welt verändern (Knödler, Benjamin/ Knödler, Christine, Bonn 2020) basiert.

Das Engagement dieser Jugendlichen wird in Bezug gesetzt zu Jesu Eintreten für Gerechtigkeit und für die Wertschätzung und Würde aller Menschen  (LB 10.5) oder zum Eintreten der Propheten für Gerechtigkeit (LB 8.2).

Susanne Styrsky

 

Workshop 6: Generation Wealth – Soziale (Un)Gerechtigkeit im Bild

Zwischen Wahrheit und Schönheit: Gerechtigkeit im Foto ab-bilden

Die Kunst der Fotografie fristet bei der Wahl der Unterrichtsmedien oft ein Schattendasein: Sie begegnet in den Lehrwerken und Materialsammlungen wohl überwiegend entweder als rein technisches Mittel zur Abbildung z. B. von Werken der bildenden Kunst – oder ihr wird eine rein informierende, quasi-dokumentarische Funktion zugeschrieben. Nur selten wird (wie etwa im auslaufenden Lernbereich 11.1) die ›Macht der Bilder‹ thematisiert, ästhetische bzw. ästhetisierende Dimensionen des Mediums bleiben oft unberücksichtigt.

Der Workshop will anhand zweier konkreter (und ausgesprochen unterschiedlicher) Beispiele vorstellen, welches Potenzial die Verwendung von Fotografien im Unterricht zum Thema »Gerechtigkeit« bietet: Nach allgemeinen Überlegungen blicken wir gemeinsam auf die halbdokumentarischen Inszenierungen der US-Amerikanerin Lauren Greenfield (»Generation Wealth«) und des Österreichers Lois Hechenblaikner (z. B. »Hinter den Bergen«)

Quirin Gruber, Dr. Johannes Rüster

 

Workshop 7: „Die Speisung der 5000!?“ – Praktische Beispiele für den Religionsunterricht: (Verteilungs-)Gerechtigkeit in verschiedenen Jahrgangsstufen

Im Rahmen des Workshops werden verschiedene Beispiele für den Umgang mit dem Thema (Verteilungs-) Gerechtigkeit im Religionsunterricht dargestellt. Im Zentrum steht dabei die aktive Einbindung von Schüler:innen in die Frage nach Gerechtigkeit im Schulalltag und darüber hinaus. Neben Unterrichtsbausteinen werden auch fächerübergreifende Projekte vorgestellt, die anschließend Anlass für Diskussion und Austausch geben sollen.

Andreas Beck, Sarah Lang

 

Workshop 8: „Lernen im Kontrast“ – Modelle diakonischen Lernens zu Fragen der Gerechtigkeit

Gerechtigkeit sollte im Religionsunterricht nicht nur im Klassenzimmer „behandelt“ werden. Als Lehrkräfte haben wir die Chance, unseren Schülern und Schülerinnen Begegnungen mit anderen Menschen zu ermöglichen, denen sie vielleicht ohne uns niemals begegnen würden.

Bei „Lernen im Kontrast“ geht es um praxisnahe Methoden an kontrastreichen Orten, an denen sich Jugendliche zu Fragen der Gerechtigkeit ausprobieren können. Orte der Begegnung und der Reflexion sind z.B. Luxushotels und Tafelausgaben oder Vesperkirchen.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten Kontakte zu außerschulischen Lernorten, ausgearbeitete Modelle und Reflexionsmethoden für die Praxis.

Martin Dorner, Sonja Schambeck