Workshop 1 (Raum: Schopper)

Schulgottesdienste oder multireligiöse Feiern?

Angesichts religiöser und weltanschaulicher Pluralität stellt sich die Frage, ob Gottesdienste noch die passende Feierform an Schulen darstellen oder ob diese weiterzuentwickeln sind zu multi- oder ggf. auch interreligiösen Feiern. Gerade weil sich diese Frage aufgrund der unterschiedlichen Kontexte und Anlässe nicht pauschal beantworten lässt, lohnt sich eine argumentative Auseinandersetzung, um zu begründeten Entscheidungen vor Ort zu kommen. Ausgehend von der inzwischen anerkannten Unterscheidung zwischen „Schulgottesdiensten in liturgischer Gastfreundschaft“, „multireligiösen“ bzw. „interreligiösen Feiern“ werden daher zunächst Argumente für und gegen die genannten Modelle entfaltet. Anschließend ist Raum für Diskussion und Erfahrungsaustausch. Die gemeinsame Arbeit an einem veröffentlichten Entwurf für eine multireligiöse Feier zum Schulanfang kann erste Ansatzpunkte liefern für den Umgang mit liturgischen Herausforderungen dieser Feierform.

Tanja Gojny

 

Workshop 2 (Raum: Eckstein)

Religion und Gewalt

Die verstörenden Bilder und Nachrichten von religiös motivierter Gewalt, die uns beinahe schon jahrzehntelang täglich erreichen, führen in der Öffentlichkeit nicht nur zur Verurteilung eines bestimmten Glaubensverständnisses. Oft wird der Islam als Ganzes oder gleich Religion und Glaube generell als Ursache von Gewalt abgelehnt. Sind Glaube und Religion tatsächlich Ursache von Gewalt oder nicht viel eher Motivation für Frieden und Versöhnung? Ist nicht gerade das Christentum mit der Forderung nach Feindesliebe und Gewaltlosigkeit eine friedensstiftende und Gewalt überwindende Religion? Wie aber gehen wir als Christen dann mit Gewaltstellen in der Bibel, auch im Neuen Testament, um?
Im Workshop wolllen wir die gängigsten Positionen in der öffentlichen Debatte um das Verhältnis von Religion und Gewalt kennenlernen und diskutieren. In einem zweiten Teil setzen wir uns mit Gewaltstellen im Alten und Neuen Testament auseinander und suchen nach Wegen, damit sachgemäß umzugehen.

Sigrun Leha-Reichenbach

 

Workshop 3 (Raum: Rimini)

„Wie intolerant ist DAS denn“!?“
„Toleranz“ als Unterrichtsthema– mit Filmclips aus „Türkisch für Anfänger“

Wie lassen sich 15-Jährige beim Themenbereich10.2 „Religion und Religionen“ zum Nachdenken und zur Diskussion über Toleranz im interreligiösen und interkulturellen Bereich anregen? Einen hervorragenden Anlass zum Gespräch bieten ausgewählte Film-Clips aus der Serie „Türkisch für Anfänger“. Nach wie vor kommen Protagonisten und Story bei den Schülerinnen und Schülern gut an: Die überwiegende Mehrheit empfindet die Film-Clips als amüsant und witzig – und zum Teil auch provokativ. Das ist alles in allem eine gute Voraussetzung für einen Einsatz im Unterricht.
Die vorgestellten Unterrichtsmodule fordern die Lernenden zum Nachdenken und zur persönlichen Stellungnahme heraus. Im engagierten Gespräch können sie Reichweite und Grenzen einer toleranten Haltung ausloten und reflektieren. In diesem Workshop wollen wir ein schüleraktivierendes kreatives Unterrichtskonzept vorstellen und miteinander erproben.

Rainer Seifferth, Vera Utzschneider

 

Workshop 4 (Raum: Kurt-Frör-Saal)

Lernzirkel Islam

Spätestens im Herbst 2018 wird in der Gymnasialpädagogischen Materialstelle eine neue Arbeitshilfe zum Thema „Islam“ für die 7. Jahrgangsstufe erscheinen. Im Mittelpunkt dieser Arbeitshilfe wird ein kreativer Lernzirkel stehen. Die Autorin Alexandra Voll aus München, eine ausgewiesene Kennerin des Islam, wird eine Einführung in das kompetenzorientierte Konzept der Arbeitshilfe geben. Anhand von ausgewählten Modulen und Lernstationen sollen in Gruppen kreative Lernwege vorgestellt und erprobt werden.

Alexandra Voll, Quirin Gruber

 

Workshop 5 (Raum: Gisela-Harupa)

Zwischen Wahrheit und Wirklichkeit: Medienethik und (Rechts-)Populismus

Populistische Strömungen erstarken seit Jahren, global wie in Deutschland. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung dürfte in den kommunikativen Strategien liegen, denen sich die beteiligten Akteure bedienen: Die mediale Selbstdarstellung und Art der Inhaltsverbreitung durch (Rechts-)Populisten, aber auch der Umgang der Medien mit diesen Phänomenen, haben ihren Teil dazu beigetragen. Der Workshop will – in Anbindung an entsprechende Lehrplanthemen – dieses weite Feld unter theoretischen und praktischen Aspekten für den Religionsunterricht betretbar machen.

Dr. Johannes Rüster

 

Workshop 6 (Raum: Angermeyer)

Ehrliche Kommunikation als Weg zu gelingender Kommunikation

„Ich habe Recht und nur meine Ansicht ist die wahre!“ Warum vertritt ein Mensch diese Position? Wie kann man in wertschätzender Art und Weise in ein Gespräch eintreten, das für Klarheit sorgt und einen offenen, ehrlichen Austausch ermöglicht?
Oftmals führt der Sprachgebrauch zu Ablehnung und Abwehr. Im Rahmen des Workshops wird es um neue Wege des Denkens, der Konflikterhellung und der ehrlichen, gewaltfreien Kommunikation gehen. Neben einer thematischen Einführung wird in Übungen diese Art von Kommunikation erprobt.

Katrin Gunst

 

Workshop 7 (Raum: Abenberger)

Flucht und Migration

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Hochgekocht ist die Flüchtlingsdebatte in Deutschland schon vor ein paar Jahren, die politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa sowie die globale Situation lassen jedoch deutlich werden: Bei dem Thema Flucht und Migra-tion handelt es sich um eine zentrale Herausforderung unserer Zeit, die auch im RU zur Sprache kommen sollte. In diesem Zusammenhang stellt sich auch hier die Frage, wie man mit radikalen Meinungen, Parolen und Populismus umgehen kann und soll.
Gemeinsam werden wir konkrete Reaktionsmöglichkeiten erarbeiten und diskutieren. Zudem will dieser Workshop einen Einblick geben in die Ideen und Unterrichtseinheiten zum Thema Flucht und Migration in der 6. Jahrgangsstufe (ER 6.5: Anders – fremd – verschieden), welche auch in einer Arbeitshilfe der GPM erscheinen werden.

Katharina Müller

 

Workshop 8 (Raum: Bernhard)

Creatio Dei? Survival of the fittest? – Theologisieren über eine „Einbruchstelle des Glaubens“

In Längsschnittstudien wird deutlich, wie Jugendliche mit zunehmendem Alter Probleme mit dem Schöpfungsglauben haben. Eine Erklärung dafür dürfte darin bestehen, dass religiöse Aussagen in der Muttersprache kommuniziert werden, aber eigentlich einer Fremdsprache angehören. In der daraus entstehenden Konfrontation „Glaube gegen Naturwissenschaft“ verlieren religiöse Aussagen in den Augen der meisten Jugendlichen häufig ihre Glaubwürdigkeit, weil sie (entwicklungsbedingt) eher einem naturwissenschaftlichen Weltbild vertrauen. Andere dagegen versteifen sich auf eine kreationistische, evangelikal-fundamentalistische Position. Es gehört zu den Entwicklungsaufgaben im Jugendalter, komplementäre Denkstrukturen im Blick auf ihre Weltbeziehung zu entwickeln. Der relativ neue Ansatz des Theologisierens mit Jugendlichen kann sie dabei unterstützen.
Im Workshop werden theologisierende Zugänge zur Ausgangsfrage erlebt und der religionspädagogische Ansatz in seiner Brauchbarkeit reflektiert.

Herbert Kolb