Workshop 1 (Raum: N. N.)

„identitär, endlich wieder wer!“ Die identitäre Frage als Kern der „Neuen Rechten“

In den letzten Jahren ist einer erstaunlich kleinen Gruppe gelungen, den politischen Diskurs nach rechts zu verschieben. Die Parteienlandschaft hat sich verändert, Grundwerte einer aufgeklärten (christlich geprägten) Gesellschaft werden infrage gestellt, Ängste werden instrumentalisiert. Die Denkfabrik der „Neuen Rechten“ rückt die Frage nach der Identität ins Zentrum politischen Handelns. Der Workshop möchte zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte der Identitätsfrage von Luther bis heute geben und die Grundstruktur neurechten Denkens als Antwort auf die Identitätsfrage vorstellen.

Im Anschluss werden konkrete Unterrichtsmodule aus verschiedenen Jahrgängen präsentiert bzw. zum Ausprobieren bereitgestellt, die an Lehrplanthemen anknüpfen. Z.T. als kleine Einheit im Rahmen einer Schulstunde oder als intensivere Auseinandersetzung über einen längeren Zeitraum. Im Fokus stehen dabei u.a.:

  • die Sensibilisierung für das Gefahrenpotential vermeintlich einfacher Erklärungs- und Denkmodelle,
  • die Verortung christlicher Strömungen und Theorien (z.B. Evangelikale, Zwei-Reiche-Lehre),
  • politische Bildung mit aktuellem Bezug (u.a. Kulturpessimismus, Kapitalismuskritik, Ängste angesichts der globalisierten Welt, Demokratiebildung, Rassismus und Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Positionierung der Parteien)
  • mögliche aufgeklärte christliche Perspektiven als Antwortversuch

Martin Lehnerer

 

Workshop 2 (Raum: N.N.)

„Ist Wickie ein Mädchen oder ein Junge?“ – geschlechtsspezifische Rollenerwartungen und -stereotype

Während ihrer ganzen Schulzeit sind unsere Schülerinnen und Schüler geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen ausgesetzt – auch wenn sie sich dessen nur selten voll bewusst sind. Das Anliegen unseres Workshops ist es vor allem, solche Rollenerwartungen in altersangemessener Weise bewusst zu machen. Das sieht natürlich in der 5. Klasse anders aus als in der 8. oder 9. Jahrgangsstufe – kann aber in jedem Fall erhellend, überraschend und witzig sein. Deswegen soll dieses Bewusstmachen nicht nur theoretisch und mit Arbeitsblättern erfolgen, sondern über Vorschläge zu Rollenspielen, Videoclips usw.

Annegret Schneider-Ibisch und Rainer Seifferth

 

Workshop 3 (Raum: N.N.)

Lass dich berühren – Identität aus der Begegnung mit anderen

Nach einer kurzen theoretischen Hinführung zum Thema, welche u.a. nochmals Aspekte aus den Vorträgen der Tagung aufgreifen wird, soll es in dem Workshop darum gehen zum einen anhand von in der Schule einsetzbaren Texten zum anderen aber auch anhand von praktischen Unterrichtsaktivitäten Möglichkeiten zu erproben, wie der einzelne Mensch/Lehrer/Schüler gerade aus der Begegnung mit anderen zu einer eigenen, neuen, erweiterten, bereicherten Identität finden kann. In den Gesprächen und Diskussionen sollen biblisch-theologische und philosophische Aspekte ebenso zur Sprache kommen wie didaktische Überlegungen bzw. ganz alltagspraktische nach der räumlichen Gestaltung oder möglichen (Scham-)Gefühlen auf Seiten der Schüler. Letztlich soll der Workshop Mut machen das Thema „Identitätsfindung“ und „Wertschätzung“ meiner selbst und anderer mit den Schülern nicht nur zu durchdenken, sondern auch praktisch/haptisch auszuprobieren.

Michael Baumann und Christine Luft

 

Workshop 4 (Raum: N.N.)

„Unterrichtsideen zu Themenbereich 11.4 ‚Gesund und heil?’“: Selbstoptimierung durch Transhumanismus

Im Rahmen des Workshops wird eine exemplarische Reihe zum Themenbereich 11.4 vorgestellt. Ausgangspunkt sind biographische Schlüsselfiguren, die auf unterschiedli­che Weise Selbstoptimierung betreiben. Im Zentrum dabei steht die Frage der menschli­chen Sehnsucht nach Vollkommenheit und ihre Auflösung im christlichen Glauben. Die im Workshop präsentierten Materialien stellen einzelne Bausteine für verschiedene Phasen des Unterrichts dar, die als Anregung dienen sollen.

Sarah Lang und Carina Wacker

 

Workshop 5 (Raum: N.N.)

Gebrochen und doch ganz!? Auf der Suche nach Identität in Skulpturen von Andreas Kuhnlein

Andreas Kuhnlein ist bekannt für seine zerklüfteten Holzskulpturen von Menschen, die er mit der Motorsäge herstellt. Diese in sich zerrissenen Protagonisten können den Unterricht auf der Spurensuche nach Identität begleiten, um darauf aufbauend Luthers „simul iustus et peccator“, das „Gewissen als Ort der Identität“ in der Oberstufe oder aber das „für uns“ in der 9. Klasse zu thematisieren.

Im Workshop werden Anregungen gegeben, wie man über eine Bildbetrachtung hinausgehend die Dreidimensionalität einer Skulptur im Unterricht gewinnbringend ausschöpfen kann, um das Thema Identität zu thematisieren. Verschiedene Zugänge werden gemeinsam ausprobiert und zur Diskussion gestellt. Ein Lernweg zu Bonhoeffers Gewissensbegriff unter Verwendung einer Skulptur von Andreas Kuhnlein wird vorgestellt.

Susanne Styrsky

 

Workshop 6 (Raum: N.N.)

Umgang mit Transidentität an bayerischen Schulen

Im Alltag des schulischen Lebens begegnen uns regelmäßig zwei Geschlechter, männlich und weiblich. Aber ist das alles? Wie gehen wir mit Menschen um, die diese Geschlechterbipolarität durchbrechen, gleich ob Schüler, Eltern oder auch Personal? Dieser Vortrag will neben Hintergrundinformationen zur Thematik auch praxisgerechte Anregungen zum Erwerb einer Diversity-Kompetenz im Umgang mit der Geschlechtsidentität an bayerischen Schulen geben.

Sandra Wißgott

 

Workshop 7 (Raum: N.N.)

Jeden Tag der/dieselbe? Wer bin ich eigentlich?

Jeden Tag wacht A in einem neuen Körper auf. Mal Junge, mal Mädchen, mal dünn, mal dick  – und nie ist es zwei Mal hintereinander derselbe Körper. Aber wer ist er eigentlich, was macht seine Persönlichkeit aus, wenn es nicht sein Körper, sein äußeres Erscheinungsbild ist?
In seinem Jugendroman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ erzählt David Levithan die Geschichte von A und der Leser/die Leserin begleitet ihn ein gutes Jahr lang durch sein Leben.
Im Rahmen des Workshops werden wir A an ausgewählten Tagen besuchen und gemeinsam Möglichkeiten ausloten, sich mithilfe dieses Romans mit Schülerinnen und Schülern mit der Frage auseinanderzusetzen, was meine Identität letztlich ausmacht.
(Lehrplanbezüge: EV9.3, EV11.2; ER8.4, ER9.1, ER11.3, ER12.3)

Christoph Lange

 

Workshop 8 (Raum: N.N.)

I.D. – Identität und Diversität in der Popkultur

Der Workshop diskutiert anhand eines vorgestellten Materialpools Einsatzmöglichkeiten der Themen Identität und Diversität in der Popkultur im Religionsunterricht. Dabei kommen Vorschläge für geeignete Bilder, Musik, Filme und Literatur zum Einsatz.

Josef Last und Markus Beck