Sonderumfrage zur aktuellen Situation des Religionsunterrichts am Gymnasium

Aufgrund zahlreicher Nachrichten von Kolleginnen und Kollegen, die davon berichteten, dass an ihrer Schule der Religionsunterricht aus dem Präsenzunterricht gestrichen wurde, führte die AERGB bis zum 13.07. eine Sonderumfrage zu diesem Thema durch. Die Umfrage bestätigte den Eindruck, dass an einer nicht geringen Anzahl der bayerischen Gymnasien der Religionsunterricht aus dem Präsenzunterricht gestrichen wurde. Daher formulierte die AERGB am 07.07. aus den Zwischenergebnissen ein Positionspapier und kommunizierte dies mit staatlichen und kirchlichen Stellen.

Positionspapier der AERGB zur Sicherung des konfessionellen Religionsunterricht im Präsenzunterricht (07.07.2020)

Auswertung der Sonderumfrage (13.07.2020)

Sehr erfreulich ist, dass das KMS zum Schulbetrieb ab September 2020 (V.2 – BO 5200.0 – 6b. 58 836) vom 16.07.2020 die ordentliche Einrichtung von gemischten Gruppen in allen betroffenen Fächern für das kommende Schuljahr sicherstellt. Hier heißt es auf Seite 4:

Insbesondere beim Pflichtunterricht ist es nicht immer möglich, bei der Bildung der Unterrichtsgruppen eine Durchmischung von Schülerinnen und Schülern verschiedener Klassen oder Kurse zu vermeiden. Dies betrifft beispielsweise […] den konfessionellen Religionsunterricht und den Ethikunterricht, […].

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die besondere verfassungsrechtliche Stellung des Religions- und Ethikunterrichts. Gemäß einem Leiturteil des Bundesverfassungsgerichts gehört die Standpunktgebundenheit und damit die Konfessionalität des Religionsunterrichts zum Kern des Art. 7 Abs. 3 GG, der gegenüber allen Modifikationen unaufgebbar ist.

Vor diesem Hintergrund sind davon abweichende nicht autorisierte Formen z. B. eines gemeinsamen religions- oder wertekundlichen Unterrichts, der an die Stelle von Religionsunterricht bzw. Ethikunterricht tritt und an dem Schülerinnen und Schüler verschiedener Konfessionen oder konfessionslose Schüler/innen teilnehmen, nicht verfassungskonform – auch wenn dies unter Umständen eine schulorganisatorische Erleichterung bedeuten würde. Angesichts der Gegebenheiten an vielen Schulen ist damit bei der Bildung von Klassen und Unterrichtsgruppen in diesen Fächern eine Mischung von Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Parallelklassen einer Jahrgangsstufe unvermeidbar. Dies steht aufgrund der verfassungsrechtlichen Vorgaben durchaus im Einklang mit den kommunizierten Hygieneschutzregelungen.

Herzlichen Dank für Ihre Teilnahme und Mithilfe bei der Umfrage

Ihr Vorstand der AERGB

 

Rundbrief 2020/1

Der Rundbrief 2020/1 wurde mit der letzten Sendung der GPM verschickt und kann hier online abgerufen werden.