Ich – einfach unverbesserlich?! Identität. Diversität. Fragment.

Gendersternchen, Toilettenfrage, das „dritte Geschlecht“. Wo sich scheinbar feststehende Kategorien auflösen, eröffnen sich Freiräume. Zugleich aber zwingen sie den Einzelnen dazu, sich zwischen den vielen möglichen Identitäten zu entscheiden, das eigene Ich gegenüber dem anderen abzugrenzen oder sich irgendwo dazwischen zu positionieren. In einer pluralisierten Gesellschaft, in der scheinbar „alles möglich“ ist, scheint es manchen erforderlich, neue Grenzen zu ziehen.

Zum Einstieg in die Jahrestagung wollen wir nach der Psychologie von Identitäts- und Persönlichkeitsbildung fragen. Was beeinflusst meine Identität? Wie gehe ich mit Brüchen in meiner Identitätsentwicklung um? Ist die Frage nach dem Ich überhaupt abschließend zu beantworten?

In einem zweiten Baustein nehmen wir auch die Gesellschaft in den Blick: Wie verhält sich Identität zu einer pluralisierten Welt, in der das Ich zu einer multioptionalen Größe geworden ist? Und: Wie verhalten „wir“ uns in dieser Welt gegenüber „den anderen“?

Hinter allem steht die Frage, wie wir vor dem Hintergrund unseres christlichen Identitätsverständnisses mit dem Wunsch nach Veränderung und Veränderbarkeit umgehen. Gemeinsam versuchen wir dem nachzuspüren, inwieweit der Mensch seine Identität annehmen und zeigen kann und inwiefern er dabei auch an Grenzen gerät.